1 Digitalisierung, Datafication, Digitalität: Zum Verhältnis und zu den Wechselwirkungen im Hinblick auf das Kulturerbe

Prof. Torsten Schrade (Akademie der Wissenschaften und Literatur Mainz)

Am Beispiel der digitalen Quellenedition «DER STURM» kann die Verschränkung von Digitalisierung, Datafication und Digitalität als Ausgangsbedingung für die kritische Reflexion und Erforschung unseres kulturellen Erbes mittels digitaler Methoden aufgezeigt werden. Sowohl aus den Kodierungsprozessen digitalisierter kultureller Artefakte in Forschungsdaten (Datafication) als auch aus der Analyse digitaler Korpora mittels Software (Algorithmizität, Digitalität) ergibt sich eine «Multiperformativität» der betrachteten Gegenstände, die stets kritisch hinterfragt und differenziert dokumentiert werden muss. Einerseits können sich aus digitalen Methoden Innovationspotenziale, andererseits aber auch Perspektivverzerrungen und Reproduzierbarkeitsprobleme der algorithmisch herbeigeführten Forschungsergebnisse ergeben. Dies ist insbesondere dann gegeben, wenn nicht alle im Forschungsprozess verwendeten Ressourcen – also Daten, Software und Erkenntnisse – für die weitere Forschung verfügbar gemacht werden.

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