1 Strukturwandel – Wieso Daten gemein sein könn(t)en und was Max Havelaar mit dem Ganzen zu tun hat

Dr. Philipp Wiemann (Archäologischer Dienst Graubünden)

In der Archäologie treten bei der Nutzung von digitalen Forschungsdaten immer wieder Schwierigkeiten auf, die eigentlich vermeidbar wären. In diesem Zusammenhang bezeichnet der finnische Informationswissenschaftler Isto Huvila archäologische Daten als MEAN. Dieses Akronym charakterisiert sie als «Miscellaneous», «Exceptional», «Arbitrary» und «Nonconformist». Er wählte diese Bezeichnung leicht scherzhaft als Gegensatz zu dem bekannten Konzept der FAIRen Forschungsdaten. Das Akronym FAIR steht für «Findable», «Accessible», «Interoperable», und «Re-usable». Es handelt sich hierbei um eine immer breiter abgestützte Richtlinie, die aufzeigen wie Daten nachnutzbar publiziert werden können.

Von grosser Bedeutung ist auch die Infrastruktur beziehungsweise das Repositorium, in dem die Daten publiziert werden sollen. Auch wenn konkrete FAIR Data Zertifizierungen noch im Entstehen sind, sollte bei der Wahl des Repositoriums auf bestehende Zertifizierungen wie das CoreTrustSeal oder das Nestor Siegel geachtet werden.

Um die Publikation von Daten zu Forschungszwecken weiter voranzutreiben, ist eine verstärkte Zusammenarbeit der staatlichen, universitären und weiteren Einrichtungen auf dem Gebiet der archäologischen Forschung und Denkmalpflege erforderlich. Ansonsten werden die entstehenden Forschungsdateninfrastrukturen kaum auf die Besonderheiten archäologischer Forschungsdaten eingehen. Dies wäre insofern bedauerlich, als dass eine verbesserte und ausgedehnte Datenpublikationstätigkeit wichtige Voraussetzung für zukünftige datenzentrierte Forschungsansätze ist.

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