2 Wie gross ist Dürers Feldhase? Überlegungen zur Veränderung der Wahrnehmung und Erforschung von Kunst durch ihre Digitalisate

Zürich

Dr. Gudrun Knaus (Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte
– Bildarchiv Foto Marburg)

Werke der klassischen Kunstgattungen sind für die sinnliche Wahrnehmung geschaffen. Einige ihrer wesentlichen Eigenschaften, wie Grösse, Oberflächenstruktur oder Erhaltungszustand können mittels analoger oder digitaler Abbildungen nicht authentisch wiedergegeben werden. Basiert die kunsthistorische Forschung zunehmend auf Recherchen in digitalen Plattformen und weniger auf der Betrachtung von Originalen, so kann das zu Fehleinschätzungen führen. Dennoch bieten digitale Recherchemöglichkeiten erhebliche Vorteile gegenüber ihren analogen Vorläufern. Dazu zählen die Sichtbarmachung von Sammlungsobjekten ausserhalb des Kanons und die verbesserte Kontextualisierung von Einzelwerken. Die Voraussetzung dafür ist die Anwendung von internationalen Standards für den Inhalt und die Struktur wissenschaftlicher Metadaten im Rahmen der Dokumentation von Kunstsammlungen.

Digital kreieren | Création numérique