3 Chancen und Risiken des digitalen Publizierens

Dr. Arlette Neumann (Programmleitung Altertumswissenschaften,
Schwabe Verlag Basel)

Die im Jahr 2017 verabschiedete nationale Open-Access-Strategie für die Schweiz sieht vor, dass bis 2024 alle mit öffentlichen Geldern finanzierten wissenschaftlichen Publikationen im Internet frei zugänglich sind. Das seither stark geförderte digitale Publizieren bedeutet für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, dass ihre eigenen Forschungsergebnisse sofort für alle verfügbar sind und weltweit abgerufen werden können. Doch sind sie dann auch tatsächlich auffindbar und werden sie dies auch in Zukunft sein? Und wie sind digital publizierte Daten urheberrechtlich geschützt? Wissenschaftler werden ihrerseits auf neuere Forschungsergebnisse jederzeit via Internet zugreifen können. Doch wie verlässlich sind Forschungsdaten, die online publiziert sind und entsprechend leichter verändert werden können als in gedruckter Form?

Die nationale Open-Access-Strategie stellt Archäologen und Denkmalpflegerinnen indes nicht nur als Wissenschaftler vor neue Herausforderungen. Durch die Beschäftigung mit unserem Kulturerbe stellt sich ihnen zudem die Frage, welche Daten im Internet frei zugänglich publiziert werden sollen und in welcher Form dies geschehen darf. Dazu kommt, dass ihre Forschungsergebnisse nicht nur Wissenschaftlerinnen zur Verfügung stehen, sondern auch der breiteren Öffentlichkeit zugänglich sein sollen. Doch wie kann ein solches Publikum gezielt erreicht werden und wie können ihm Forschungsergebnisse auf verständliche Art vermittelt werden?

Digitales Publizieren öffnet neue Wege für die Wissenschaft und wird unsere Forschung verändern. Zugleich birgt es Risiken, mit denen wir umzugehen lernen müssen.

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